„Gold gab ich für Eisen” verkündete Prinzessin Marianne von Preußen (1785–1846) im Jahr 1813. Damit rief sie die deutschen Frauen auf, ihren Goldschmuck einzutauschen, um die preußische Armee finanziell zu unterstützen. Im Andenken an die gewonnenen Befreiungskriege wurde 1821 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) auf dem Tempelhofer Berg ein Denkmal aus Eisenguss errichtet. Es verewigte Porträts von Generälen und Mitgliedern des Königshauses sowie allegorische Darstellungen der wichtigsten Schlachten. Der kreuzförmige Grundriss der Anlage und das Eisernes Kreuz auf dessen Spitze gab der Erhöhung ihren neuen Namen.
Vom Kreuzberg aus konnte man über die brache Landschaft und die militärischen Anlagen der Tempelhofer Vorstadt blicken. Als das Gebiet in den 1860er-Jahren zunehmend bebaut wurde, erhielten zahlreiche Straßen ebenfalls Namen von Schlachten und Generälen der Befreiungskriege. So entstand der sogenannte Generalszug. Ab 1888 wurde zu Füßen des Denkmals der Viktoriapark angelegt. 1901 erhielt die Monumentenstraße, die auf den Kreuzberg zuführt, ihren Namen nach dem Bauwerk.
Die Militärnation
Das Denkmal erinnerte nicht nur an verstorbene Generäle. Viele der Gewürdigten waren an der Niederschlagung der 1848er-Revolution beteiligt, kämpften im Deutsch-Dänischen Krieg (1864), im Deutsch-Deutschen Krieg (1866) oder im Deutsch-Französischen Krieg, der 1871 in der Gründung des Deutschen Kaiserreichs unter preußischer Führung mündete.
Die Erinnerung an die Befreiungskriege war ein zentraler Bestandteil der Identitätspolitik des neuen Nationalstaats. 1878 wurde das Denkmal auf dem Kreuzberg ein zweites Mal eingeweiht: Um trotz zunehmender Bebauung der Vorstadt der höchste Punkt der Umgebung zu bleiben, wurde es erhöht. Mit der Gründung Groß-Berlins 1920 entstand der Bezirk „Am Halleschen Tor”, der 1921 umbenannt wurde – in „Kreuzberg”.






